Gestern, am 23. Juni 2010 probierte ich meine neue Kamera aus. Nach einem bewölkten, später sehr regnerischen Tag kam dann doch noch etwas Sonne auf und es bildeten sich riesige, wunderschöne Wolken. Also erfreute ich mich an den ersten phantastischen Aufnahmen, welche meine Sony Alpha lieferte, da sah ich plötzlich durch meinen Sucher, hoch in den Wolken einen Gleitschirm. Ich staunte nicht schlecht, denn normalerweise sind diese dort nie "mehr" so hoch. Und es schien, als sei der Pilot immer noch am steigen. So habe ich kurz ein Foto von dieser hohen Flugposition gemacht, denn das glaubt mir ja sonst keiner...
Ich fotografierte also ohne hintergedanken weiter Wolken, und bekam dabei zwei ganz kontrastreiche, kräftige, zum anfassen scharfe Bilder.
Einige Zeit später schaute ich nochmals zurück an die Stelle, wo sich zuvor der Gleitschirm befand...
...und ich staunte zum zweiten male...
...Er/Sie war noch da!
Ich konnte trotz grosser Höhe den Kampf mitverfolgen. Alle erdenklichen Versuche des Piloten blieben erfolglos. Der Schirm schien wie fest zu hängen.
Da rief ich meiner Frau, und berichtete Ihr was da oben vorsich geht. Und erklärte ihr wo das Problem zu liegen scheint: "weist Du, der Pilot kommt nicht aus der Thermik heraus... , wenn alles versagen sollte, dann denke ich muss er mit dem Notschirm absteigen..."
Kaum hatte ich das gesagt, ist es passiert!
Er klinkte sich aus seinem Hauptschirm aus, und der Pilot kam in den freien Fall. Sein Schim ging für kurze Zeit wie eine Feuerwerksrakete hoch, und begann dann wie ein herbstliches Laubblatt in der Luft umher zu schweben.
Ein Aussieg in dieser Höhe und unter diesen Umständen hat sicher viel Überwindung und viel Mut erfordert !
Ich zog meine Kamera hoch, wie wir es aus Westernfilmen von Revolverhelden her kennen, und begann sogleich eine unentliche Serie von Bildern zu schiessen.
Der Pilot kam nun sehr rasch zu boden. Natürlich, weil er den Weg aus der Thermik gefunden hatte. In mir schoss das Adrenalin hoch, aber das ist sicher nichts im Vergleich welche Menge der Pilot nun ab bekam.
Meine Fotos zeigen den Abstieg, sowie den weg des Hauptschirmes, alles natürich nur soweit, wie es die Perspektive und die Bäume zuliessen.
So hoffe ich an dieser Stelle, dass die Landung glimpflich verlaufen ist, und dass es keine (grosse) Verletzung gegeben hat.
Den Verlust des Haptschirmes muss ich wohl annehmen, aber das ist wohl das kleinste Problem.
Wieso schreibe ich überhaupt dieses Geschichte..?
Meine Erinnerungen hängen immer noch am den gestrigen Tag und ich bin mir sicher, sollte der Pilot / die Pilotin von gestern diesen Text lesen, so werden Ihn / Sie meine Schnappschüsse sicher interessieren.
Ich sage Euch, das sah erschreckend aus...
Nun muss ich aber eines vorausschicken:
Ich werden meine Bilder NICHT veröffentlichen, auch werde ich KEINE Bilder weitersenden!!!!
Diese Aufnahmen gehören nur MIR und dem, hoffetlich gesunden PILOTEN.
Wenn Du also der Pilot von gestern, 23. Juni 2010 gewesen bist, so sende ich Dir meine Bilder, wenn Du folgende Fragen richtig beantwortest:
Wo genau, auf welchem Berg bist Du gestartet?
Über welcher Ortschaft war die grosse Thermik?
Etwa zu welcher Zeit musstest Du den Notschrim ziehen?
Welche Farbe hatte Dein Hauptschirm?
Bitte sende diese Daten an: h.saner(at)ggaweb.ch
Ich wünsche allen Piloten guten Flug und eine sichere Landung!
Hans-Jörg Saner
